{"id":20444,"date":"2017-10-16T08:39:37","date_gmt":"2017-10-16T08:39:37","guid":{"rendered":"https:\/\/swiss-stem-cells-science.ch\/stem-cells-injection-an-effective-therapy-for-patients-with-eczema\/"},"modified":"2024-03-13T10:09:43","modified_gmt":"2024-03-13T10:09:43","slug":"ddie-subkutane-injektion-von-stammzellen-aus-dem-bauchnabelblut-eine-wirksame-therapie-fuer-patienten-mit-eczema-sein-koennte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sscb-stembiotech.ch\/de\/news\/ddie-subkutane-injektion-von-stammzellen-aus-dem-bauchnabelblut-eine-wirksame-therapie-fuer-patienten-mit-eczema-sein-koennte\/","title":{"rendered":"Die subkutane Injektion von Stammzellen aus dem Bauchnabelblut: f\u00fcr Patienten mit Eczema"},"content":{"rendered":"<p>Die atopische Dermatitis, auch bekannt unter der Bezeichnung Ekzem, ist eine chronische oder rezidivierende entz\u00fcndliche Hauterkrankung, die zu trockener, juckender, verkrusteter und ger\u00f6teter Haut f\u00fchrt. Ursache der Erkrankung ist eine Fehlfunktion des Immunsystems der Haut, die sowohl auf genetische wie umweltbedingte Faktoren zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Sie beginnt typischerweise in der Kindheit und pr\u00e4sentiert sich im Laufe der Jahre mit wechselnden Schweregraden. In den entwickelten L\u00e4ndern betrifft die atopische Dermatitis bis zu 20 % der Kinder und 3 % der Erwachsenen. Die aktuellen Behandlungsmethoden bestehen aus der lokalen Verabreichung von Steroiden (wie zum Beispiel Kortisonsalben) und von systemischen Immunsuppressiva. Einerseits ist jedoch die Wirksamkeit der Salben beschr\u00e4nkt, da ihre Anwendung mittelfristig zu Nebenwirkungen f\u00fchrt. Andererseits stellen auch die Immunsuppressiva ein Toxizit\u00e4tsrisiko dar und gehen ebenfalls mit Nebenwirkungen einher.<\/p>\n<p>Da sich die Stammzelltherapie (SCT) in mehreren Machbarkeitsstudien als vielversprechende Therapie f\u00fcr einige kaum behandelbare Erkrankungen bew\u00e4hrt hat, und mesenchymale Stammzellen (MSCs) insbesondere aufgrund ihrer immunmodulatorischen Eigenschaften zur Behandlung von Immunerkrankungen eingesetzt wurden, ist deren Wirkung in letzter Zeit bei der Behandlung der atopischen Dermatitis untersucht worden.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wurden in einer vorklinischen Studie der Seoul National University (S\u00fcdkorea) die Mechanismen aufgedeckt, durch die aus menschlichem Nabelschnurblut gewonnene mesenchymale Stammzellen bei subkutaner Injektion mit dem Immunsystem der Haut interagieren und die entz\u00fcndliche Reaktion mildern.<\/p>\n<p>In diesem Jahr konnte die genannte Forschungsgruppe in Zusammenarbeit mit dem St. Mary\u2019s Hospital in Seoul im Rahmen eines klinischen Versuchs zeigen, dass diese Ergebnisse erfolgreich reproduzierbar sind. An ihrer Studie nahmen insgesamt 34 Patienten teil: 7 f\u00fcr eine Phase-1-Studie und 27 f\u00fcr eine Phase-2a-Studie. Die Teilnehmer wurden in zwei Behandlungsarme aufgeteilt: in dem einen wurden niedrigdosierte, in dem anderen hochdosierte allogene mesenchymale Stammzellen subkutan verabreicht. Nach der Behandlung, die aus einer einzigen subkutan injizierten Einzeldosis bestand, wurden die Patienten im Abstand von 2 Wochen \u00fcber einen Zeitraum von 12 Wochen untersucht. Der Schweregrad ihrer Erkrankung wurde bei jeder Studienvisite mithilfe eines standardisierten Scoring-Systems ermittelt. Es wurden zwei Parameter gemessen: der SCORAD (Scoring Atopic Dermatitis) und der EASI (Eczema Area and Severity Index)<\/p>\n<p>Diese erste klinische Studie ihrer Art zeigt, dass durch eine einzelne subkutane Injektion mesenchymaler Stammzellen aus dem menschlichen Nabelschnurblut die Krankheitssymptome verbessert werden. Diese Verbesserung konnte anhand der Messung der beiden Parameter quantifiziert und best\u00e4tigt werden. Konkret wurde bei 55 % der Patienten, welche die hohe Dosis erhalten hatten, eine Verringerung des EASI-Wertes um 50 % beobachtet. Es ist interessant festzuhalten, dass die Effizienz der Behandlung von der verabreichten Dosis abh\u00e4ngt, wobei durch die h\u00f6chste Dosis die besten Ergebnisse erzielt wurden. Parallel zu diesen Ergebnissen ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Behandlung zu einer Verringerung jener Biomarker f\u00fchrte, die gew\u00f6hnlich den Schweregrad der allergischen Reaktion anzeigen (Gesamt-Immunglobulin E im Serum und Anzahl der eosinophilen Granulozyten im Blut).<\/p>\n<p>Bez\u00fcglich der Sicherheit konnte keinerlei schwere Nebenwirkung beobachtet werden, und es wurde eine gute Vertr\u00e4glichkeit der Behandlung festgestellt.<\/p>\n<p>Gr\u00f6ssere klinische Studien unter Einbeziehung einer Placebo-Gruppe sind geplant, um \u00fcber die Beschr\u00e4nkungen dieser Studie hinauszugehen und ihren Ergebnissen gr\u00f6sseres Gewicht zu verleihen, bevor eine wirksame Behandlung der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht werden kann. In jedem Fall geben diese Ergebnisse Anlass zur Hoffnung und zeigen bei einer weiteren verbreiteten Erkrankung das Potenzial der Nabelschnurblutstammzelltherapie auf.<\/p>\n<h6>QUELLEN<\/h6>\n<h6>Kim HS, Yun JW, Shin TH et al. (2015) Human umbilical cord blood mesenchymal stem cell- derived PGE2 and TGF-beta1 alleviate atopic dermatitis by reducing mast cell degranulation. STEM CELLS 33:1254\u20131266. Kim HS, Lee J H, Roh KH et al. (2016) Clinical Trial of Human Umbilical Cord Blood-derived Stem Cells for the Treatment of Moderate-to-Severe Atopic Dermatitis: Phase I\/IIa Studies. STEM CELLS<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die atopische Dermatitis, auch bekannt unter der Bezeichnung Ekzem, ist eine chronische oder rezidivierende entz\u00fcndliche Hauterkrankung, die zu trockener, juckender, verkrusteter und ger\u00f6teter Haut f\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":20440,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"rank_math_lock_modified_date":false,"footnotes":""},"categories":[96],"tags":[],"class_list":["post-20444","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-therapeutische-perspektiven"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sscb-stembiotech.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20444"}],"collection":[{"href":"https:\/\/sscb-stembiotech.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sscb-stembiotech.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sscb-stembiotech.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sscb-stembiotech.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20444"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/sscb-stembiotech.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20444\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sscb-stembiotech.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/20440"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sscb-stembiotech.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20444"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sscb-stembiotech.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20444"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sscb-stembiotech.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20444"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}