{"id":20466,"date":"2017-10-13T18:46:58","date_gmt":"2017-10-13T18:46:58","guid":{"rendered":"https:\/\/swiss-stem-cells-science.ch\/first-patients-affected-by-eczema-treated-with-stem-cells\/"},"modified":"2024-03-13T10:09:43","modified_gmt":"2024-03-13T10:09:43","slug":"erste-stammzellen-behandlung-bei-patienten-mit-atopischem-ekzem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sscb-stembiotech.ch\/de\/news\/erste-stammzellen-behandlung-bei-patienten-mit-atopischem-ekzem\/","title":{"rendered":"Erste Stammzellen-behandlung bei Patienten Mit Atopischem Ekzem"},"content":{"rendered":"<h3>DAS ATOPISCHE EKZEM, AUCH NEURODERMITIS, IST EINE H\u00c4UFIG BEI KINDERN ANZUTREFFENDE CHRONISCHE ERKRANKUNG<\/h3>\n<p>Sowohl die chronische als auch die rezidivierende Form des Ekzems gehen auf eine entz\u00fcndliche Erkrankung der Haut zur\u00fcck, die sich durch ger\u00f6tete und schuppende Stellen auf der trockenen Haut \u00e4ussert und Entz\u00fcndungen verursacht. Ursache der Erkrankung ist eine Fehlfunktion des Immunsystems der Haut, die sowohl auf genetische wie umweltbedingte Faktoren zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Ihr Auftreten im Kindesalter ist typisch f\u00fcr diese Krankheit, von der in den entwickelten L\u00e4ndern bis zu 20 % der Kinder und 3 % der Erwachsenen betroffen sind.<\/p>\n<p>Die aktuellen Behandlungsmethoden bestehen aus der Gabe von lokalen Steroiden \u2013 wie zum Beispiel von Kortisonsalben \u2013 und von systemischen Immunsuppressiva. Einerseits ist jedoch die Wirksamkeit der Salben beschr\u00e4nkt, da ihre Anwendung mittelfristig zu Nebenwirkungen f\u00fchrt. Andererseits stellen auch die Immunsuppressiva ein Toxizit\u00e4tsrisiko dar und gehen ebenfalls mit Nebenwirkungen einher.<\/p>\n<h3>INTERESSANTE IMMUNMODULIERENDE EIGENSCHAFTEN<\/h3>\n<p>Stammzellenbasierte Therapien (SCT) haben ihre m\u00f6gliche Wirkung gegen unheilbare Krankheiten bereits in mehreren Vorstudien gezeigt. Insbesondere mesenchymale Stammzellen wurden wegen ihrer immunmodulierenden Eigenschaften bereits bei der Behandlung bestimmter Immunerkrankungen eingesetzt. Im diesem Zusammenhang wurde k\u00fcrzlich ihre Wirkung bei der Behandlung des atopischen Ekzems untersucht.<\/p>\n<p>Eine erste, von der Seoul National University (S\u00fcdkorea) durchgef\u00fchrte, vorklinische Studie hat die Mechanismen aufgedeckt, durch die aus menschlichem Nabelschnurblut gewonnene mesenchymale Stammzellen bei subkutaner Injektion mit dem Immunsystem der Haut interagieren und die entz\u00fcndliche Reaktion mildern.<\/p>\n<h3>EINE GROSSE PREMIERE F\u00dcR PATIENTEN, DIE AM ATOPISCHEN EKZEM ERKRANKT SIND<\/h3>\n<p>In diesem Jahr konnte die genannte Forschungsgruppe in Zusammenarbeit mit dem Seoul St. Mary\u2019s Hospital im Rahmen eines klinischen Versuchs zeigen, dass diese Ergebnisse erfolgreich reproduzierbar sind.<\/p>\n<p>Die Studie wurde an 34 Patienten durchgef\u00fchrt:<\/p>\n<ul>\n<li>7 Patienten in der Phase I (Untersuchung der Vertr\u00e4glichkeit und der Behandlungssicherheit)<\/li>\n<li>27 Patienten in der Phase IIa (Untersuchung der Wirksamkeit abh\u00e4ngig von der verabreichten Dosis)<\/li>\n<\/ul>\n<p>2 Dosierungen, eine schwache und hohe, wurden in der Phase IIa getestet und randomisiert verabreicht<\/p>\n<p>Nach der Behandlung, die aus einer einzigen subkutan injizierten Einzeldosis bestand, wurden die Patienten im Abstand von 2 Wochen \u00fcber einen Zeitraum von 12 Wochen untersucht. Der Schweregrad ihrer Erkrankung wurde mithilfe eines standardisierten Scoring-Systems ermittelt. Es wurden zwei Parameter gemessen: der SCORAD (Scoring Atopic Dermatitis) und der EASI (Eczema Area and Severity Index).<\/p>\n<h3>VERBESSERUNG DER SYMPTOME UND REDUZIERUNG DER BIOMARKER-RATE<\/h3>\n<p>Durch die subkutane Injektion von mesenchymalen Stammzellen aus menschlichem Nabelschnurblut konnten die Krankheitssymptome verbessert werden. Diese Verbesserung konnte anhand der Messung der beiden Parameter (SORAD und EASI) quantifiziert und best\u00e4tigt werden.<\/p>\n<p>Konkret wurde bei 55 % der Patienten, welche die hohe Dosis erhalten hatten, eine Verringerung des EASI-Wertes um 50 % beobachtet. Es ist interessant festzuhalten, dass die Effizienz der Behandlung von der verabreichten Dosis abh\u00e4ngt, wobei durch die h\u00f6chste Dosis die besten Ergebnisse erzielt wurden.<\/p>\n<p>Parallel zu diesen Ergebnissen ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Behandlung zu einer Verringerung jener Biomarker f\u00fchrte, die gew\u00f6hnlich den Schweregrad der allergischen Reaktion anzeigen (Gesamt-Immunglobulin E im Serum und Anzahl der eosinophilen Granulozyten im Blut).<\/p>\n<p>Bez\u00fcglich der Sicherheit konnte keinerlei schwere Nebenwirkung beobachtet werden, und es wurde eine gute Vertr\u00e4glichkeit der Behandlung festgestellt.<\/p>\n<h3>BEWEIS F\u00dcR EIN KONZEPT<\/h3>\n<p>Die Autoren der Studie betrachten diese Ergebnisse als vielversprechend und aufschlussreich im Hinblick auf das Potenzial von Therapien mit Stammzellen aus Nabelschnurblut zur Behandlung dieser weit verbreiteten Erkrankung.<\/p>\n<p>Sie planen die Durchf\u00fchrung einer weiteren, breiter angelegten Studie mit einer Kontrollgruppe von Patienten, die ein Placebo erhalten soll, um die gewonnen Ergebnisse zu untermauern und so eine neue Behandlungsmethode zu entwickeln, die einer breiten \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht werden soll.<\/p>\n<h6><\/h6>\n<h6>QUELLEN<\/h6>\n<h6>Kim HS, Yun JW, Shin TH et al. (2015) Human umbilical cord blood mesenchymal stem cell- derived PGE2 and TGF-beta1 alleviate atopic dermatitis by reducing mast cell degranulation. STEM CELLS 33:1254\u20131266. Kim HS, Lee J H, Roh KH et al. (2016) Clinical Trial of Human Umbilical Cord Blood-derived Stem Cells for the Treatment of Moderate-to-Severe Atopic Dermatitis: Phase I\/IIa Studies. STEM CELLS<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sowohl die chronische als auch die rezidivierende Form des Ekzems gehen auf eine entz\u00fcndliche Erkrankung der Haut zur\u00fcck, die sich durch ger\u00f6tete und schuppende Stellen auf der trockenen Haut \u00e4ussert und Entz\u00fcndungen verursacht<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":20462,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"rank_math_lock_modified_date":false,"footnotes":""},"categories":[96],"tags":[],"class_list":["post-20466","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-therapeutische-perspektiven"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sscb-stembiotech.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20466"}],"collection":[{"href":"https:\/\/sscb-stembiotech.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sscb-stembiotech.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sscb-stembiotech.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sscb-stembiotech.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20466"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/sscb-stembiotech.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20466\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sscb-stembiotech.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/20462"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sscb-stembiotech.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20466"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sscb-stembiotech.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20466"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sscb-stembiotech.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20466"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}